Warum Du Alkohol trinkst, wenn Du Probleme hast

Du kennst sicherlich die berühmten Szenen aus den Hollywood-Streifen, wenn der Protagonist ein großes Problem hat oder unter sehr viel Stress steht.

Der Darsteller steht dann in einem abgedunkelten Raum, ein wenig Licht scheint durch die Fenstergardinen und auf dem Tisch steht eine edle Glaskaraffe mit einer goldbraunen Flüssigkeit.

Ja genau. Bei dieser Flüssigkeit handelt es sich um Whiskey.

Der Schauspieler überlegt, wirkt verzweifelt und greift dann zum Whiskeyglas, um seine Probleme herunterzuspülen.

Ich bin mir sicher, dass Du so eine ähnliche Szene garantiert schon mal in einem Film gesehen hast.

Interessant, dass der Ablauf dabei immer gleich bleibt: wenn Du ein Problem hast, greife zum Glas und gönne Dir einen Schluck.

In der Psychologie nennt sich so eine regelmäßige, sich wiederholende Wenn-Dann-Beziehung Konditionierung.

Bekannt ist der Begriff durch den russischen Forscher Ivan Pavlov geworden, der Hunde dazu konditionierte, beim Klingeln einer Glocke Speichel zu produzieren. Er ging dabei wie folgt vor:

Er bot seinen Hunden etwas zu essen an und leutete parallel dazu mit einem Glöckchen. Das wiederholte er einige Male, bis die Hunde das leckere Essen mit dem Leuten der Glocke assoziierten.

In den Köpfen der Hunde entwickelte sich damit folgende Wenn-Dann-Beziehung: wenn eine Glocke ertönt, dann gibt es etwas zu essen.

Das sehr interessante Ergebnis dieser Forschung war, dass die Hunde alleine durch das Klingeln der Glocke begannen, in ihrer Vorfreude Speichel zu produzieren. Auch wenn vor den Hunden überhaupt kein Essen stand.

Die Art und Weise, wie Herr Pavlov seine Hunde zu diesem Verhalten konditionierte, kann auch auf Menschen angewandt werden.

Wenn Du immer und immer wieder auf eine bestimmte Aktion eine bestimmte Reaktion erlebst, dann nimmst Du irgendwann einmal an, dass dieser Ablauf genau so auch in Zukunft eintreten wird.

Hast Du beispielsweise schon immer in der Vergangenheit erlebt, dass Du nur kurze Beziehungen mit Deinen Partnern hast, dann nimmst Du irgendwann einmal an, dass auch Deine zukünftigen Beziehungen nicht lange andauern werden.

Oder Du bist es durch Deine Arbeit gewohnt, morgens früh aufzustehen und wachst dadurch auch am Wochenende – wo Du eigentlich ausschlafen könntest – schon viel zu früh auf.

Diese Verhaltensweisen werden durch regelmäßige Wiederholung zur Gewohnheit. Und wenn Du Dein Leben genauer betrachtest, dann wirst Du feststellen, dass Dein Alltag fast nur aus Gewohnheiten besteht.

  • Die Gewohnheit zu einer bestimmten Uhrzeit aufzustehen.
  • Die Gewohnheit, etwas Bestimmtes zum Frühstück zu essen.
  • Die Gewohnheit, ein bestimmtes Verkehrsmittel zur Arbeit zu nehmen, usw.

Gewohnheiten sind generell nicht schlecht, weil sie uns Stabilität geben und Entscheidungsarbeit abnehmen, aber sie haben einen entscheidenden Nachteil: haben sie sich einmal festgesetzt, dann werden sie oft nicht mehr hinterfragt und laufen automatisch ab.

Und genau das machen sich Unternehmen zunutze, die ihre Produkte regelmäßig verkaufen wollen.

Sie wollen, dass wir uns bestimmte Gewohnheiten aneignen.

Ein Whiskey-Hersteller hat natürlich ein Interesse daran, dass sein Produkt dem Kunden als erste Lösung einfällt, wenn der Kunde ein Problem hat. Denn dann wird Whiskey regelmäßig vom Kunden gekauft und das Unternehmen verdient Geld.

Der Hersteller wird also alles unternehmen, um sein Produkt sowohl offensichtlich in der Werbung, als auch subtil in Filmen zu bewerben.

Und jetzt erkennst Du auch, welch immensen Einfluss Unternehmen und Medien auf unser Verhalten nehmen können. Durch Wiederholung könnten sie quasi nach Belieben vorgeben, wie wir Menschen uns „richtig“ zu verhalten haben.

Und nur wenn wir uns selbst die Arbeit machen und unsere automatischen Verhaltensweisen erkennen und hinterfragen, können wir dieser Beeinflussung von außen entgehen und anstatt dessen ein Leben wählen, für das wir uns selbst bewusst entschieden haben.

VIELEN DANK FÜR DEINE UNTERSTÜTZUNG!

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