Warum habe ich kein Durchhaltevermögen?

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Handelt es sich bei Deinem Ziel um ein längerfristiges Projekt, wie das Finden eines Lebenspartners oder das Aufbauen eines Geschäfts, dann kann es unter Umständen mehrere Monate oder sogar Jahre dauern, bis Du Dein Ziel erreichst.

Je länger die emotionale Belohnung beim Erreichen eines Ziels auf sich warten lässt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Deine zu Beginn antreibende Emotion versiegt, Du das Ziel aus den Augen verlierst und aufgibst.

Deshalb ist Durchhaltevermögen gefragt. Das, was wir Menschen als Durchhaltevermögen bezeichnen, bedeutet nichts anderes, als die folgende Fähigkeit:

  • 1. Den Glauben an das Erreichen des Ziels zu bewahren und
  • 2. auf die Belohnung beim Erreichen des Ziels, über einen längeren Zeitraum hinweg, verzichten zu können

1. Wie bewahre ich den Glauben an das Erreichen meines Ziels?

Im folgenden habe ich drei Möglichkeiten aufgelistet, wie Du den Glauben an das Erreichen des Ziels bewahren kannst:

1.1. Suche nach Menschen, die das Ziel erreicht haben, das auch Du erreichen möchtest

Je mehr Menschen Du findest, desto stärker wächst Dein Glaube, das Ziel auch erreichen zu können. 1954 hielt es zum Beispiel kein Mensch für möglich, eine Meile in unter vier Minuten laufen zu können. Bis es Roger Bannister in einer Zeit von 3:59:4 schaffte. Von diesem Zeitpunkt an schafften es immer mehr und mehr Menschen, diese Marke zu durchbrechen und heute ist es sogar schon Standard unter Athleten geworden, die Meile unter vier Minuten zu rennen!

1.2. Erkenne, das große Errungenschaften ihre Zeit benötigen

Henry Ford brauchte mehrere Jahrzehnte, um das Auto massentauglich auf die Straße zu bringen. Thomas Edison startete mehrere tausend Versuche, um die Glühbirne wirtschaftlich zu machen. Und Steve Jobs benötigte zunächst die Technologie des iPods, um das iPhone konzipieren zu können.
Große Ziele benötigen Zeit, Geduld und Zwischenstationen.

1.3. Wisse, dass das Erreichen Deines Ziels lediglich von Deinem Denken, Deinen Gefühlen und Deiner Handlungsweise abhängt

Wir leben in einer Welt, in der auf bestimmte Aktionen bestimmte Reaktionen folgen. Wenn ich mehr Kalorien zu mir nehme, als ich verbrenne, dann nehme ich an Gewicht zu. Wenn ich mehr Geld ausgebe, als ich verdiene, dann werde ich Schulden haben.

All unsere täglichen Aktionen bzw. Handlungen zielen darauf ab, ein gewünschtes Ergebnis hervorzubringen. Ich esse, um satt zu werden und mache Sport, um fit zu bleiben.

Führen unsere Handlungen allerdings nicht zum gewünschten Ergebnis, dann macht es durchaus Sinn, sich unsere Denkweise, unsere Gefühle und die Handlungen selbst einmal genauer anzuschauen, sie auf Eignung zu prüfen und sie dann gegebenenfalls anzupassen.

Der folgende Kreislauf zeigt den Zusammenhang zwischen Gedanken, Gefühlen, Handlungen und Ergebnissen.

Ändere ich eine Komponente dieses Kreislaufs, so ändere ich alle nachfolgenden Elemente. Das Anpassen der Komponenten „Gedanke“, „Gefühl“ und „Handlung“ führe ich so lange durch, bis ich das gewünschte Ergebnis erreicht habe.

2. Wie kann ich auf die Belohnung beim Erreichen eines Ziels, über einen längeren Zeitraum hinweg, verzichten?

Im weltbekannten Marshmallow-Test zeigte der Psychologe Walter Mischel, dass die Fähigkeit eines Menschen, eine Belohnung aufschieben zu können, für den akademischen, emotionalen und sozialen Erfolg einer Person extrem wichtig ist.

Aber was unterscheidet Menschen, die Erfolg aufschieben können, von denen, die es nicht können?

Zum einen kann das mit der kindlichen Prägung zusammenhängen. Waren die Eltern diesbezüglich ein Vorbild und haben dem Heranwachsenden Werte vermittelt, die ein Aufschieben von Belohnung begünstigen?
Wie zum Beispiel erst dann mit dem Essen anzufangen, wenn alle Familienmitglieder beim Abendessen am Tisch sitzen.

Zum anderen kann es meiner persönlichen Erfahrung nach damit zusammenhängen, wie erfüllt ich mich gerade fühle.

Ein ganz einfaches Beispiel:

Nehmen wir einmal an, dass ich gerade seit 24h nichts mehr gegessen habe. Und ich sehe einen runden, saftigen Donut vor mir. Mit Zuckerglasur und Erdbeer-Sahne-Füllung. Werde ich diesem Donut jetzt eher widerstehen können, wenn ich zuvor schon ein sättigendes Mittagessen zu mir genommen habe?!

Ja natürlich.

Genauso ist es mit dem Sex. Habe ich seit Monaten keinen Sex mehr gehabt, werde ich wie ein hungriger Wolf über meinen Partner oder meine Partnerin herfallen, um mein Bedürfnis nach Körperkontakt und Intimität zu stillen.

Menschen, die sich und ihre Bedürfnisse sehr gut kennen und diese Bedürfnisse auch zu stillen wissen, sind ausgeglichener und weniger bedürftig als Menschen, die ihre Bedürfnisse ignorieren oder sogar noch nicht einmal bewusst kennen.

Der amerikanische Paar- und Familientherapeut John Gray hat dies in einem seiner Bücher sehr gut erklärt: wir haben alle Bedürfnis-„Behälter“, die mehr oder weniger gut gefüllt sind.

Ist einer dieser „Tanks“, wie zum Beispiel der Sex-„Tank“ leer, so sind wir viel anfälliger dafür, nach einer direkten Belohnung oder auch Befriedigung zu suchen, als auf eine verzögerte Belohnung hinzuarbeiten.

Das Phänomen des leeren „Tanks“ tritt zum Beispiel auf, wenn wir nach einem langen, harten Arbeitstag nach Hause kommen und jetzt eigentlich noch ins Fitnessstudio sollten, unser Gefühl uns aber signalisiert, dass wir uns jetzt viel lieber gemütlich vor den Fernseher setzen würden.

Ein Mensch, der keine passenden Möglichkeiten für sich entdeckt hat, seine Bedürfnisse regelmäßig stillen oder auch „auffüllen“ zu können, läuft mit leeren Bedürfnis-„Behältern“ durch die Gegend und ist dadurch anfälliger für Süchte jeglicher Art.

Notiz am Rande:
Drogenkonsum zum Beispiel kann entstehen, wenn Menschen sich dauerhaft schlecht fühlen und keine Lösung für ihre seelischen Qualen finden. Die Einnahme von Drogen ist dann ein Quickfix, da diese ihnen für den Moment ein Gefühl der Erleichterung oder auch Befreiung ihres schlechten Zustands bietet. Das Problem hierbei ist nur, dass die Drogen nicht die Ursache des Problems, des dauerhaften sich schlecht Fühlens, beheben, sondern lediglich die Symptome des Problems abschwächen. Was für Drogen gilt, gilt übrigens auch für Medikamente. Auch sie schwächen nur Symptome ab, beheben aber nicht die Ursache des Problems!

Deshalb tun wir uns selbst einen großen Gefallen, wenn wir uns Zeit nehmen, unsere eigenen Bedürfnisse zunächst herauszufinden und uns dann sinnvolle Strategien überlegen, wie wir diese regelmäßig stillen können.

  • Was ist uns persönlich wichtig? Was brauchen wir?
  • Welche dieser Bedürfnisse treten immer wieder auf?
  • Wie können wir diese Bedürfnisse auf eine gesunde Art und Weise regelmäßig stillen?

Denn erst, wenn wir es geschafft haben, unsere Bedürfnisse in Balance zu halten, haben wir mehr mentale Kraft zur Verfügung, Versuchungen widerstehen zu können und dadurch auf eine Belohnung, über einen längeren Zeitraum hinweg, verzichten zu können.

Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei, Dein Durchhaltevermögen zu verbessern!

DANKE!

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