Interview mit Sebastian D. Kraemer von psog.de

Sebastian D. KraemerDas ist ein Interview mit Sebastian D. Kraemer, dem Gründer von psog.de. Dort schreibt er darüber, wie er seine Angststörung, Panikstörung, Hypochondrie und Agoraphobie überwunden hat.

Viel Spaß beim Lesen!

1. Wer bist Du, und was machst Du?

Mein Name ist Sebastian und ich helfe Menschen mit übermäßiger Angst und Panikattacken auf ihrem Weg aus der Angststörung in ein besseres Leben.
 

2. Wer warst Du damals, bevor Du gemacht hast, was Du heute machst?

Ich bin eigentlich Diplom-Kaufmann sowie Bachelor of Arts im Fachbereich Steuern und Wirtschaftsprüfung und habe zuvor in einer Steuerkanzlei gearbeitet.
 

3. Warum machst Du das, was Du machst?

Es klingt vielleicht abgedroschen, aber es gibt mir eine große Befriedigung, anderen Menschen, die in dieser furchtbaren Lebenskrise stecken, helfen zu können. Ich freue mich über jeden Einzelnen, bei dem ich dazu beitragen konnte, dass er sein Leben wieder genießen kann. Das heißt aber auch, dass meine Arbeit damit keineswegs selbstlos ist.

Dabei bin ich „Experte wider Willen“. Ich habe im Alter von 25 Jahren selbst eine massive Angststörung entwickelt. Ständige Panikattacken, große Angst vor Krankheiten und massive Sorgen haben drei Jahre mein Leben bestimmt.

Nachdem ich die Angststörung endlich überwunden hatte, habe ich damit begonnen, meine Geschichte in einem Buch festzuhalten. Bis zur Veröffentlichung von „Exfreundin Angst“ sind allerdings fast 3 Jahre ins Land gegangen. Parallel habe ich meinen Blog gestartet, das Ganze wurde immer größer und so mache ich das inzwischen hauptberuflich.
 

4. Was ist für Dich Erfolg?

Für mich ist ein erfolgreicher Mensch, jemand, der sein Leben trotz aller Widrigkeiten meistert, das Beste aus seinen Möglichkeiten macht und bei allen Höhen und Tiefen insgesamt ein zufriedenes und erfüllendes Leben führt.
 

5. Was waren Deine Stationen zum Erfolg?

Ich beantworte diese Frage bezogen auf meine Definition von Erfolg. Letztlich lernt man nie aus. Man entwickelt sich immer weiter. Von daher ist man nicht einfach erfolgreich und das war es dann. Man muss immer an sich arbeiten.

Von daher ist es sehr schwierig, die einzelnen Stationen in Worte zu fassen. Es ist eher ein fortlaufender Prozess, der nie endet.
 

6. Was ist für Dich der Schlüssel zum Erfolg?

Der Schlüssel zum Erfolg ist für mich die Bereitschaft, sich ständig weiterzuentwickeln. Und man muss bereit sein, zu testen, was für einen selbst funktioniert und was nicht. Probleme und Hürden sollte man als Herausforderungen betrachten, an denen man wachsen kann.

Auch wenn niemand gerne Probleme hat – wir brauchen sogar Krisen, um uns weiterzuentwickeln. In diesem Bewusstsein können wir eine „Jetzt-Erst-Recht-Mentalität“ entwickeln und nach einer Phase der Resignation wieder aufstehen, weitermachen und erfolgreicher werden.
 

7. Wie sieht Dein Standard-Tagesablauf (Deine Arbeitsgewohnheiten) aus?

Ich arbeite viel und ich arbeite gerne. Aber ich nehme ich mir auch die Freiheiten, die man als Angestellter nicht hat. So kommt es vor, dass ich um 4 Uhr morgens starte oder aber auch erst um 9 Uhr. Manchmal mache ich mittags Feierabend, mal arbeite ich bis spät in die Nacht.

Ich liebe die Abwechslung. Von daher gibt es den Standard-Tagesablauf kaum. Ich versuche es zu vermeiden, immer das Gleiche zu machen. Dann kommt bei mir schnell Langeweile auf.

Meine Arbeit ist glücklicherweise sehr vielfältig. Ich schreibe, produziere Videos, beschäftige mich unheimlich viel mit Split-Testing, werte Kennzahlen aus, beantworte verdammt viele Mails und coache Menschen auch persönlich.

Zudem versuche auch ich mich natürlich stetig weiterzuentwickeln, ich lese sehr viel und gerne und probiere Vieles aus.
 

8. Was empfiehlst Du anderen, um genauso erfolgreich zu werden wie Du?

1. Die Bereitschaft zur Weiterentwicklung ohne dabei vergessen zu leben

Man sollte immer danach streben, sich und sein Leben zu verbessern. Dabei darf man aber nicht vergessen, auch einmal inne zu halten und den Moment zu genießen. Sich Ziele zu setzen ist richtig und wichtig. Wenn wir aber nur von Ziel zu Ziel eilen, verpassen wir das Leben. Ich halte es für wichtig, die Waage zu finden.

2. Anregungen holen, testen, aber nicht alles ungeprüft kopieren

Wir sind alle verschieden und ich halte wenig davon, Empfehlungen anderer ungeprüft zu übernehmen. Auch wenn der eine oder andere Experte manchmal so tut als hätte er den Stein der Weisen gefunden. Man sollte verschiedene Dinge über einen gewissen Zeitraum ausprobieren, um herauszufinden, ob das etwas für einen ist.

So wurde mir empfohlen, Frühaufsteher zu werden, um die Produktivität zu erhöhen. Auch wenn ich an manchen Tagen sehr früh aufstehe, musste ich letztlich erkennen, dass mir das grundsätzlich widerstrebt. Was bringt es, wenn ich todmüde vor dem Rechner sitze und meine Augen kaum aufhalten kann?

Bezogen auf eine unternehmerische Online-Tätigkeit: Der eine will uns weismachen, Videos seien das Nonplusultra, der andere erzählt uns, wir sollten uns vor allem auf Facebook konzentrieren usw. Aber: Jede Zielgruppe ist anders. Was bei der einen funktioniert, muss nicht zwangsläufig auch für die andere gelten.

Was im Einzelfall funktioniert, findet man nur heraus, indem man das testet. Dann kann man übernehmen, was funktioniert und verwerfen, was sich nicht als zielführend herausstellt.
 

9. Wenn Du eine Sache in der Welt verändern könntest, was wäre das?

Jeder ist sich selbst der nächste. Unser Egoismus hält uns davon ab, unser Verhalten zu ändern, wenn es um das Wohl der Allgemeinheit geht. „Sollen doch die anderen verzichten.“

Wir werden unseren Egoismus niemals über Bord werfen können und sollten ihn uns daher zunutze machen. Es wird immer über die Rettung unseres Planeten gesprochen. Unser Konsumverhalten, der unachtsame Umgang mit Ressourcen und die Belastung der Umwelt mit Schadstoffen wird aber nicht den Planeten zerstören. Wir zerstören „nur“ unseren Lebensraum. Die Erde wird überleben.

Eine änderung unseres Verhaltens raus aus diesem selbstzerstörerischen Tun ist daher die einzige Möglichkeit, um die Spezies Mensch dauerhaft zur erhalten. Ich bin kein Pessimist und glaube daran, dass es noch nicht zu spät ist.

Eines meiner Lieblingszitate stammt aus dem Film „Der Tag an dem die Erde stillstand“ und lautet „Erst wenn wir am Abgrund stehen, entsteht in uns der Wille zur Veränderung.“ Weit sind wir vermutlich nicht mehr vom Abgrund entfernt. Dabei bin ich guter Hoffnung, dass wir die Kurve kriegen, wenn uns jemand mit aller Macht darauf aufmerksam macht, dass es allerhöchste Eisenbahn für ein kollektives Umdenken ist und eine daraus resultierende Verhaltensänderung in hohem Maße egoistisch wäre. Wir tun das für uns.

Ich würde gerne dazu beitragen, dieses Bewusstsein – auch im Sinne meiner kleinen Tochter – zu verbreiten. Es ist das erste Mal, dass ich diesen Wunsch in Worte fasse und das ist gut so. Vielleicht erreiche ich damit ja schon einmal den einen oder anderen Deiner Leser. 🙂
 

10. Wie geht es weiter? Was ist Dein Plan?

Mein Bestreben, möglichst vielen Menschen mit einer Angststörung zu einem besseren Leben zu verhelfen, geht natürlich weiter. Inzwischen sind viele Prozesse automatisiert, sodass ich derzeit mit dem Gedanken spiele, ein neues Projekt zu starten.

Es ist meine volle überzeugung, dass es psychische Probleme sehr schwer haben, sich zu manifestieren, wenn man ein erfüllendes Leben führt. Oft spielen unbefriedigende Lebenssituationen eine Rolle. Daher ist es mein Bestreben gemeinsam mit meinen „Klienten“ auch hinter die psychische Problematik zu schauen.

  • Wie kann man sein Leben in den entscheidenden Lebensbereichen verbessern?
  • Welche Faktoren spielen bei der Entstehung und Aufrechterhaltung einer Angststörung eine Rolle?
  • Wie lassen sich diese Faktoren abstellen?
  • Was sollte man wie verändern?

Letztlich befassen wir uns also auch mit zentralen Fragestellungen, die für jeden Menschen von Nutzen ist, der nicht ganz zufrieden mit seinem Leben ist und etwas verbessern möchte. Ein neues Projekt könnte also in diese Richtung gehen, wobei ich noch keine Entscheidung darüber getroffen habe, wer genau die Zielgruppe ist und worauf exakt sich spezialisiert wird und zwar aus einem bestimmten Grund:

Ich suche einen Partner
Ich fände es schön, etwas mit jemandem gemeinsam auf die Beine zu stellen. Jemand der Freude daran hat, etwas zu erschaffen, was vielen tausend Menschen hilft, ein besseres Leben zu führen. Und dafür suche ich einen gleichberechtigten Partner, der mich ergänzt, der zuverlässig ist und mit dem ich mich austauschen kann.

Das kann gerne ein erfahrener Blogger, Coach oder Speaker sein. Aber auch mit weniger erfahrenen Leuten könnte ich mir generell eine Partnerschaft vorstellen. Das Wichtigste ist, dass die Chemie stimmt.

Um das gemeinsam herauszufinden, hilft nur eines: Einfach mal quatschen. 🙂 Wenn Du Dich angesprochen fühlst, so schreib mir doch einfach eine E-Mail an sebastian(ät)psog.de
Ich freue mich darauf.

Über den Interview-Partner:

Sebastian D. KraemerSebastian D. Kraemer ist Coach, Autor und Blogger und hatte einmal eine Angststörung. Um außerdem seine Panikstörung, Hypochondrie, Agoraphobie und generalisierter Angststörung zu überwinden, hat er sein Buch “Exfreundin Angst – Wie ich die Panik in die Wüste schickte” geschrieben.

Erfahre mehr über Sebastian und seine Arbeit auf https://psog.de

Danke fürs Lesen!

VIELEN DANK FÜR DEINE UNTERSTÜTZUNG!

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